Zwei Freundinnen, eine brünett im grünen Kleid, eine blond im hellen Blazer, stoßen auf einer Terrasse über Pfälzer Weinbergen mit Blanc de Noir anKI-generiert

Blanc de Noir: Weißwein aus roten Trauben

Vinothek in der Pfalz, Samstagnachmittag. Du hast dich auf einen Rotwein eingestellt, weil auf dem Etikett groß Spätburgunder steht. Dann schenkt die Winzerin ein und im Glas schimmert etwas Blassgoldenes mit einem Hauch Lachs. Kein Rot, kein Rosa, sondern ein Weißwein. Du hältst das Glas ins Licht und liest die kleine Zeile unter der Rebsorte: „Blanc de Noir“.

Genau dieser Moment macht den Blanc de Noir aus. Er ist ein Weißwein aus roten Trauben, meist aus Spätburgunder. Er stellt eine Gewohnheit auf den Kopf: dass die Farbe der Traube auch die Farbe des Weins bestimmt. Wie das funktioniert, was seit 2021 auf dem Etikett stehen darf, wo in Deutschland dieser Stil zuhause ist und wie er sich vom Rosé unterscheidet, liest du hier.

Was ist Blanc de Noir?

Der Name kommt aus dem Französischen und heißt wörtlich „Weißer aus Schwarzen“. Gemeint ist ein weißer Wein, der aus dunkelblauen bis fast schwarzen Trauben gekeltert wird. Dass das überhaupt geht, liegt an einer Eigenheit der Weinrebe: Bei fast allen roten Rebsorten sitzt der Farbstoff, die Anthocyane, ausschließlich in der Beerenhaut. Das Fruchtfleisch und der Saft sind hell.

Ein Rotwein wird nur deshalb rot, weil der Most bei der Gärung tagelang auf den Schalen liegt und ihnen Farbe und Gerbstoffe entzieht. Lässt der Winzer diesen Schritt weg und trennt den Saft sofort von den Schalen, entsteht ein Weißwein. Auf deutschen Etiketten findest du deshalb neben „Blanc de Noir“ oft auch die Angabe „weißgekeltert“ oder „weiß gekeltert“. Beides meint dasselbe.

Kurz gesagt: Blanc de Noir ist kein Rosé und keine eigene Rebsorte, sondern eine Herstellungsart. Rote Trauben, weiß ausgebaut. Der Klassiker in Deutschland ist der Spätburgunder Blanc de Noir.

Wie wird aus roten Trauben ein weißer Wein?

Schnell und sanft in die Kelter

Beim Blanc de Noir entscheidet sich fast alles in den ersten Stunden nach der Lese. Die Trauben müssen gesund und unverletzt in den Keller kommen, denn jede geplatzte Beere gibt Farbe an den Saft ab. Deshalb wird das Lesegut so schnell wie möglich in die Kelter gebracht und dort mit niedrigem Druck gepresst, ganz ähnlich wie bei einem Riesling. Je kürzer der Kontakt zwischen Saft und Schale, desto heller der Wein.

Viele Winzer kühlen die Trauben vorher herunter, weil kalte Beerenhäute weniger Farbstoff abgeben. Auch die Pressfraktionen werden getrennt: Der erste, freilaufende Saft ist am hellsten, die späteren Pressungen bringen mehr Farbe und Gerbstoff mit. Ein Blanc de Noir, der wirklich weiß wirken soll, entsteht aus dem Vorlauf. Der Rest wandert häufig in einen Rosé oder in die Sektgrundweine.

Winzerhände mit dunklen Spätburgunder-Trauben über einer Edelstahlpresse, aus der heller Most läuftKI-generiert
Dunkle Trauben, heller Saft: Beim Blanc de Noir wird sofort gepresst, bevor die Schalen Farbe abgeben können.

Gärung und Ausbau

Ab hier läuft der Wein wie ein klassischer Weißwein: kühle Gärung im Edelstahltank, damit die Fruchtaromen erhalten bleiben, danach ein paar Monate Ausbau auf der Feinhefe. Das Holzfass spielt beim Blanc de Noir selten eine Rolle, weil die Frische im Vordergrund stehen soll. Das Ergebnis ist ein Weißwein mit blassgoldener Farbe, oft mit einem zarten Rosa- oder Lachsschimmer, der die Herkunft aus der roten Traube verrät.

Was darf sich in Deutschland Blanc de Noir nennen?

Lange war der Begriff im deutschen Weinrecht gar nicht geregelt, er wurde nur geduldet. Das hat sich mit dem Jahrgang 2021 geändert. Seitdem gilt: Ein Blanc de Noir muss zu 100 Prozent aus frischen Rotweintrauben stammen, wie ein Weißwein gekeltert sein und die für Weißwein typische Farbe haben. Erlaubt ist die Bezeichnung nur für Weine mit geschützter Herkunft (also Qualitätswein und Landwein), außerdem für Sekt, Qualitätsschaumwein und Perlwein. So beschreibt es das Deutsche Weininstitut.

Interessant ist der Unterschied zum Weißherbst: Der darf aus 95 Prozent hellgekeltertem Most einer einzigen roten Rebsorte bestehen und ist als Roséwein eingestuft. Beim Blanc de Noir gibt es diese Toleranz nicht. Dafür darf er aus mehreren roten Sorten bestehen, dann reicht sogar die Angabe „Blanc de Noir“ ohne Rebsortennennung auf dem Etikett, wie die Wikipedia die Praxis der Weinkontrolle zusammenfasst. In der Regel nennen deutsche Winzer die Sorte aber gern dazu, weil „Spätburgunder Blanc de Noir“ am Regal einfach besser erklärt, was drin ist.

Spätburgunder, Schwarzriesling und Co.: Welche Trauben stecken drin?

In Deutschland ist der Blanc de Noir vor allem eine Spätburgunder-Geschichte. Kein Wunder, denn der Spätburgunder ist mit 11.519 Hektar (Stand 2023) die wichtigste rote Rebsorte des Landes und steht auf rund 11 Prozent der gesamten Rebfläche. Über 5.000 Hektar davon liegen in Baden, es folgen Pfalz (1.739 Hektar), Rheinhessen (1.504 Hektar) und Württemberg (1.302 Hektar), so die Zahlen des DWI. Wer so viel Spätburgunder im Weinberg hat, kann sich erlauben, einen Teil davon weiß zu keltern.

Die zweite klassische Sorte ist der Schwarzriesling, in Frankreich als Pinot Meunier bekannt und dort neben Pinot Noir die Basis vieler Champagner. In Deutschland stehen etwa 1.664 Hektar davon, über zwei Drittel in Württemberg. Seine feine Frucht und die moderate Säure machen ihn zu einer idealen Sektgrundlage. Daneben tauchen auch Merlot, Dornfelder oder Frühburgunder als Blanc de Noir auf, das sind aber Ausnahmen.

RebsorteTypischer Charakter als Blanc de NoirSchwerpunkt in Deutschland
SpätburgunderBirne, gelber Apfel, feine Johannisbeere, cremige Textur, milde SäureBaden, Pfalz, Rheinhessen, Rheingau
SchwarzrieslingRote Beeren, zarte Würze, weich, sehr gute SektbasisWürttemberg
MerlotPflaume, reife Frucht, etwas mehr KörperPfalz, Rheinhessen
FrühburgunderFeine Kirsche, elegant, meist kleine MengenAhr, Rheinhessen

Ein ehrlicher Blick in die Praxis: Nicht jede Spätburgunder-Traube landet im großen Rotwein. Eva Raps und Urban Kaufmann vom Demeter-Weingut Kaufmann im Rheingau erklären im Interview ihre Qualitätsstufen beim Pinot Noir so: „Das Plus ist dabei keine Lagenbezeichnung, sondern steht für die Qualität der Trauben. Aus den einfacheren Trauben machen wir eher einen Blanc de Noir, die dichten, intensiven Klone aus dem Burgund kommen in die höheren Stufen.“ Das ist kein Makel, sondern kluge Kellerarbeit: Für einen frischen, fruchtigen Weißwein braucht es keine tiefdunklen, tanninreichen Beeren.

Wo in Deutschland der Blanc de Noir zuhause ist

Die Pfalz ist so etwas wie das Wohnzimmer des deutschen Blanc de Noir. Kaum ein Weingut an der Weinstraße, das ihn nicht im Sortiment hat, meist als unkomplizierten, trockenen Sommerwein aus Spätburgunder. In Rheinhessen sieht es ähnlich aus, dort gern auch aus Merlot oder als Cuvée mehrerer roter Sorten.

In Baden, wo der Spätburgunder über 5.000 Hektar belegt, ist der weiß gekelterte Burgunder ein Klassiker vom Kaiserstuhl bis in die Ortenau. Und in Württemberg übernimmt der Schwarzriesling diese Rolle, oft als Sekt. Auch im Rheingau und an der Ahr, den klassischen Spätburgunder-Regionen, findest du inzwischen Blanc de Noir, dort häufig als leichterer Einstieg in das Sortiment eines Rotweinguts.

Wie schmeckt Blanc de Noir?

Wer zum ersten Mal einen Blanc de Noir probiert, erwartet oft einen Weißwein wie jeden anderen. Tatsächlich schmeckt er anders als Riesling oder Weißburgunder: runder, weicher, mit weniger Säure und einer Frucht, die eher an Birne, gelben Apfel, Aprikose und rote Johannisbeere erinnert als an Zitrus. Manche Weine zeigen sogar einen Hauch Himbeere, ein Gruß der roten Traube. Das DWI beschreibt den Stil treffend als Verbindung aus der geschmacklichen Fülle eines Rotweins mit der Fruchtigkeit eines Weißweins.

Was fehlt, ist das Tannin. Weil der Saft die Schalen kaum berührt hat, gibt es keine Gerbstoffe, die den Mund zusammenziehen. Dafür bringt der Spätburgunder seinen typischen Körper mit: Blanc de Noir wirkt im Mund oft cremiger und voller als ein leichter Sommerweißwein, obwohl er meist trocken ausgebaut ist und selten mehr als 12,5 Volumenprozent Alkohol hat. Genau diese Kombination aus mild und saftig macht ihn zu einem Wein, der auch Leuten schmeckt, die Weißwein sonst „zu sauer“ finden.

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Blanc de Noir oder Rosé: Wo liegt der Unterschied?

Beide Weine kommen aus roten Trauben. Trotzdem stehen sie im Regal in unterschiedlichen Ecken. Der Unterschied liegt in der Zeit auf der Maische. Beim Rosé bleibt der Saft einige Stunden bis zu zwei Tage auf den Schalen und nimmt dabei Farbe und ein wenig Gerbstoff auf. Beim Blanc de Noir wird sofort gepresst. Aus derselben Traube entstehen so zwei Weine, die sich in Farbe, Struktur und Aromatik deutlich unterscheiden.

Blanc de NoirRosé
Weinart laut EtikettWeißweinRoséwein
Maischestandzeitkeine, sofort gepresstwenige Stunden bis zwei Tage
Farbeblassgold, zarter Lachsschimmerhellrosa bis lachsrot
Tanninpraktisch keinsein Hauch
AromenBirne, Apfel, Aprikose, JohannisbeereErdbeere, Himbeere, rote Kirsche
Trinktemperatur8 bis 10 °C8 bis 10 °C
Ein Glas blassgoldener Blanc de Noir neben einem Glas Rosé auf einem gedeckten Tisch mit Forelle und SpargelKI-generiert
Gleiche Traube, zwei Weine: links der blassgoldene Blanc de Noir, rechts der Rosé mit kurzer Maischestandzeit.

Und der Weißherbst? Der ist rechtlich ein Rosé aus einer einzigen roten Rebsorte, mindestens 95 Prozent hellgekeltert. Farblich liegt er meist zwischen den beiden. Ein Spätburgunder Weißherbst darf ergänzend als Blanc de Noir bezeichnet werden, wenn er die Weißweinfarbe trifft. In der Praxis unterscheiden viele Winzer klar: Weißherbst für die roséfarbene Variante, Blanc de Noir für die fast weiße.

Blanc de Noir als Sekt und Crémant

Ursprünglich stammt der Begriff aus der Champagne, wo Pinot Noir und Pinot Meunier seit Jahrhunderten weiß gekeltert und zu Schaumwein verarbeitet werden. Ein Blanc de Noirs Champagner gilt als kräftiger und körperreicher als ein Blanc de Blancs aus Chardonnay. Genau dieses Prinzip haben deutsche Sektmacher übernommen. Ein Winzersekt aus weiß gekeltertem Spätburgunder oder Schwarzriesling bringt Struktur, feine rote Frucht und eine cremige Perlage mit. Auch beim Crémant aus Deutschland ist Blanc de Noir eine der spannendsten Spielarten.

Christoph Lösch vom Weingut Klosterhof in Worms-Abenheim nennt auf die Frage nach seinen drei Empfehlungen als Erstes genau so einen Wein: „Sehr gerne mag ich meinen Schwarzriesling-Sekt Blanc de Noir. Ein Winzersekt, klassische Flaschengärung, vom Schwarzriesling.“ Wer den Stil noch nicht kennt, findet über den Sekt oft den leichtesten Einstieg, weil die Kohlensäure die weiche Frucht des Schwarzrieslings wunderbar in Balance hält.

Serviertemperatur und Speisen: Was passt zu Blanc de Noir?

Blanc de Noir trinkst du am besten bei 8 bis 10 °C, also gut gekühlt, aber nicht eiskalt. Zu kalt verschwindet die feine Frucht, zu warm wirkt er bei seiner milden Säure schnell breit. Die passende Serviertemperatur für Weißwein ist hier also eher am oberen Ende der üblichen Spanne. Ein bauchiges Weißweinglas hilft, weil der Wein mehr Aromen zeigt, wenn er etwas Luft bekommt.

Steht die Flasche noch bei Zimmertemperatur, verrät dir der Timer, wie lange sie in Kühlschrank oder Eiswasser braucht, bis sie in diesem Fenster ankommt:

Faustregel ohne Rechner: Eine Flasche mit Zimmertemperatur braucht im Kühlschrank rund zwei Stunden bis 10 Grad, im Eiswasser mit einer Handvoll Salz etwa eine Viertelstunde. Leichte Weißweine gehören bei 8 bis 10 Grad ins Glas, klassische Weißweine bei 9 bis 11, kräftige bei 12 bis 14, leichte Rotweine bei 12 bis 14 und kräftige Rotweine bei 16 bis 18 Grad.

20 °C
Wo soll die Flasche hin?

So rechnet der Timer

Die Zieltemperaturen folgen den Empfehlungen des Deutschen Weininstituts und unseren Beiträgen zur Serviertemperatur von Weißwein und zur Rotwein-Temperatur. Die Dauer ergibt sich aus dem newtonschen Abkühlungsgesetz für eine volle 0,75-Liter-Glasflasche: Der Temperaturunterschied zur Umgebung schrumpft in jeder Zeitspanne um denselben Anteil. Als Umgebung rechnet der Timer mit 5 °C im Kühlschrank, 0 °C im Eiswasser mit Salz, minus 18 °C im Gefrierfach und 21 °C im Zimmer. Die Zeitkonstanten (Kühlschrank und Zimmerluft rund 110 Minuten, Gefrierfach rund 90 Minuten, Eiswasser rund 15 Minuten) sind Erfahrungswerte, die zu den üblichen Angaben passen: rund zwei Stunden im Kühlschrank, eine Viertelstunde im Eiswasser. Dicke Glasflaschen, Sekt mit mehr Inhalt und ein voller Kühlschrank brauchen etwas länger, Halbflaschen gehen schneller. Der Timer zielt auf die Mitte der empfohlenen Spanne, denn im Glas gewinnt der Wein ohnehin rasch ein bis zwei Grad dazu.

Am Tisch ist er ein Allrounder. Die milde Säure und der weiche Körper machen ihn zum idealen Begleiter von gebratenem Fisch, etwa Forelle oder Zander mit Butter, ebenso zu hellem Geflügel, Kalbsschnitzel oder einer Quiche. Im Frühjahr ist ein Spätburgunder Blanc de Noir eine der besten Antworten auf die Frage, welcher Wein zu Spargel mit Sauce Hollandaise passt, weil er weder die Bitternoten des Spargels betont noch gegen die Buttersauce ankämpft. Und zu Pasta mit Sahnesauce, mildem Käse oder einem sommerlichen Salat mit Ziegenkäse funktioniert er ebenso.

Ist Blanc de Noir nur Resteverwertung?

Ganz ohne Kritik kommt der Stil nicht davon. Das Weinmagazin Weinkenner nannte den deutschen Blanc de Noir einmal „den Wein, den die Welt nicht braucht“, weil in manchen Kellern jene Trauben weiß gekeltert würden, die für den Rotwein nicht gut genug seien, im schlechtesten Fall sogar angefaulte Partien, deren Aromen dann mit Aktivkohle herausgefiltert werden. Der Vorwurf hat einen wahren Kern: Wo Botrytis und Farbe weggeschönt werden müssen, bleibt vom Charakter der Traube wenig übrig.

Nur beschreibt das die schlechte, nicht die gute Praxis. Ein guter Blanc de Noir braucht gesunde, reife Trauben, die von Anfang an für diesen Stil bestimmt sind, dazu einen Winzer, der schnell und schonend presst. Dass dafür nicht die dichtesten, tanninreichsten Beeren nötig sind, ist kein Widerspruch, sondern Logik: Was einen großen Rotwein ausmacht, steckt in der Schale. Genau die bleibt beim Blanc de Noir draußen. Probiere ihn dort, wo er mit Absicht gemacht wird. Du wirst den Unterschied schmecken.

Fazit: Ein Weißwein für Leute, die Rotwein lieben

Der Blanc de Noir ist in Deutschland vom Nischenprodukt zum festen Bestandteil vieler Sortimente geworden, vor allem in der Pfalz, in Rheinhessen und in Baden. Das liegt an einer einfachen Wahrheit: Er füllt eine Lücke zwischen dem knackigen Riesling und dem kräftigen Rotwein. Mild, fruchtig, mit Körper, aber ohne Gerbstoff. Für viele Weintrinker ist er der Weißwein, der sich wie ein Rotwein anfühlt.

Seit 2021 ist der Begriff rechtlich klar definiert, das gibt dir am Regal Sicherheit: Wo Blanc de Noir draufsteht, ist ein Weißwein aus 100 Prozent roten Trauben drin. Ob du ihn als stillen Wein zum Spargel oder als Winzersekt zum Anstoßen probierst, ist Geschmackssache. Am besten beides.

Wer Weißwein bisher „zu sauer“ fand, hat mit dem Blanc de Noir vermutlich nur noch nicht den richtigen probiert.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Blanc de Noir

Blanc de Noir ist rechtlich und geschmacklich ein Weißwein. Er wird zwar aus roten Trauben gemacht, der Saft wird aber sofort von den Schalen getrennt und nimmt praktisch keine Farbe auf. Ein Rosé liegt dagegen einige Stunden bis zwei Tage auf der Maische und wird dadurch rosa. Seit dem Jahrgang 2021 darf die Bezeichnung in Deutschland nur für Weine mit weißweintypischer Farbe verwendet werden.

In Deutschland fast immer Spätburgunder (Pinot Noir), die wichtigste rote Rebsorte des Landes. In Württemberg ist auch der Schwarzriesling (Pinot Meunier) verbreitet, vor allem für Sekt. Seltener werden Merlot, Frühburgunder oder Dornfelder weiß gekeltert. Steht nur „Blanc de Noir“ ohne Sortenangabe auf dem Etikett, kann es sich auch um eine Cuvée aus mehreren roten Sorten handeln.

An der Farbe: Blanc de Noir ist meist etwas kräftiger gefärbt als ein Riesling, blassgold bis hellgelb, oft mit einem zarten Lachs- oder Kupferschimmer. In der Nase zeigt er Birne, Apfel und rote Johannisbeere statt Zitrus, im Mund ist er weich, mild in der Säure und ohne Gerbstoff, aber mit spürbarem Körper.

Ideal sind 8 bis 10 °C. Zu kalt serviert verliert er seine feine Frucht, zu warm wirkt er wegen der milden Säure schnell breit. Aus dem Kühlschrank am besten zehn Minuten vor dem Einschenken herausnehmen. Als Sekt darf er mit 6 bis 8 °C etwas kühler ins Glas.

Die meisten Blanc de Noirs sind auf Frische ausgelegt und schmecken in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Lese am besten. Weil die Säure eher moderat ist, gewinnen sie durch lange Lagerung selten dazu. Ausnahmen sind hochwertige Blanc de Noir Sekte aus klassischer Flaschengärung, die mit ein paar Jahren Reife an Tiefe gewinnen.

Beides gibt es, die große Mehrheit der deutschen Blanc de Noirs wird aber trocken oder feinherb ausgebaut. Weil die Säure von Natur aus mild ist, wirken selbst trockene Blanc de Noirs weich und rund. Ein Blick auf das Etikett oder die Angabe „trocken“, „feinherb“ oder „lieblich“ bringt Klarheit.

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Schwarzriesling-Sekt Blanc de Noir

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Klosterhof
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