Weingut

Karl Busch


Gegründet statt geerbt, benannt nach dem Vater:
Markus Busch über das erste Weingut der Familie, Weißwein-Cuvée aus dem Barrique und einen Bahnhof, in dem man beim Winzer übernachtet.

Sein Vater hieß Karl, sein Opa hieß Karl, der Urgroßvater auch. Ein Weingut hatte keiner von ihnen. Markus Busch ist der Erste in der Familie, der Wein macht: 2002 hat er auf dem elterlichen Bauernhof mit 20.000 Litern angefangen, heute bewirtschaftet er 13 Hektar in Bretzfeld in Hohenlohe, im Anbaugebiet Württemberg. Getroffen haben wir ihn auf dem Weinsommer in Hannover.

Markus Busch vom Weingut Karl Busch mit einem Glas Wein zwischen den Holzfässern im Gewölbekeller

Das Interview im Video

Warum das Weingut Karl Busch heißt und nicht Markus Busch

Ja, das ist so: Mein Vater hieß Karl, mein Opa hieß Karl und der Urgroßvater auch.

Nein, keiner.

Weil es an der Mosel einen Winzer gibt, der genauso heißt wie ich, der auch Markus Busch heißt. Und ich hatte während meiner Ausbildung einen Kollegen, der auf seinen Etiketten den Vornamen weggelassen hat. Dann hat ein anderer Winzer wegen Irreführung geklagt. Der Kollege hat eine einstweilige Verfügung bekommen und musste alle Etiketten einstampfen und alle Hausprospekte neu machen, nur weil er den Vornamen nicht mitgeführt hat.

Deswegen habe ich damals gesagt: Da mein Vater, mein Opa und der Urgroßvater alle Karl hießen, bleibe ich beim Markennamen Karl Busch. Denn den gab es sonst nicht.

Vom Bauernhof zum eigenen Weingut: 2002 mit 20.000 Litern gestartet

Ich bin auf dem Bauernhof groß geworden und habe irgendwann für mich festgestellt, dass Schweine misten bis zum Lebensende auch ein Scheißjob ist. Ich habe dann erst Landwirt gelernt, danach die Ausbildung zum Winzer gemacht und noch den Weintechniker drangehängt.

Wir hatten im kleinen Maße ein bisschen Traubenproduktion und haben die Trauben verkauft, wie ein Bauer seine Kartoffeln oder seinen Weizen verkauft. Irgendwann habe ich gesagt: Okay, dann probiere ich mal, aus den Trauben Wein zu machen und ihn selbst zu vermarkten. So habe ich die Möglichkeit, meine Preissituation ein Stück weit selbst zu beeinflussen: durch Qualität, durch Qualitätsdenken, durch das Streben nach Qualität.

Ich sage es mal so: Wenn du im Kleinen anfängst, ist das relativ einfach. Die ersten paar tausend Flaschen verkaufst du irgendwo im Freundeskreis, das ist nicht das Thema. Je mehr es wird, desto schwieriger wird es.

Mittlerweile 13 Hektar.

Ja, ursprünglich habe ich 2002 mit ungefähr 20.000 Litern angefangen.

Ich hoffe es. Ich habe beizeiten zu meinen Kindern gesagt: Wenn ihr nicht weitermacht, höre ich mit 55 auf. Verscherbeln kann ich das Ganze zur Not auch selbst, das kriege ich hin. Dazu brauche ich die Kinder nicht.

13 Hektar in Hohenlohe: Markus Busch hat das Weingut Karl Busch gegründet
13 Hektar in Hohenlohe: Markus Busch hat das Weingut Karl Busch 2002 auf dem elterlichen Bauernhof gegründet. Vorher wurden die Trauben verkauft wie Kartoffeln oder Weizen.

Weißwein-Cuvée aus dem Barrique: drei Weine, die du probiert haben musst

Auf die weiße Cuvée aus dem Barriquefass.

Chardonnay, Grauburgunder, Weißburgunder, Souvignier Gris und Sauvignon Blanc. Alles im erstbelegten Holzfass vergoren, also im neuen Barriquefass. Das ist für mich das, was mir beim Weißwein sehr, sehr viel Spaß macht.

Genau, durch das Holz ist sie eher kräftig, ein bisschen markanter. Wenn du eher etwas Fruchtiges suchst, nimmst du einen Sauvignon Blanc, den gibt es natürlich auch, oder einen Grauburgunder.

Im Rosé-Bereich haben wir hier auf dem Platz ein kleines Alleinstellungsmerkmal: Wir sind der einzige Betrieb mit einem Muskattrollinger-Rosé. Der ist mit Sicherheit etwas sehr Außergewöhnliches, sehr leicht in der Frucht. Musst du einfach mal probieren.

Muskattrollinger ist eine eigenständige Rebsorte. Also nicht Muskateller und Trollinger gemischt, sondern eine eigene Traube. Sie ist sehr, sehr fruchtig und passt super für den Sommer, für die Terrasse. Der Wein ist sehr locker, sehr leicht und super zum Essen, weil diese leichte Muskatnote riesig Spaß macht.

Die dritte ist der Rotwein: Lemberger, in jeglicher Variation. Wir haben einen trockenen, wir haben einen halbtrockenen und wir haben etwas Kräftigeres, wo Holz im Spiel war. Der Lemberger ist die Parade-Rebsorte für Württemberg.

1. Weißwein-Cuvée aus dem Barrique

Chardonnay, Grauburgunder, Weißburgunder, Souvignier Gris und Sauvignon Blanc, alle im erstbelegten Barriquefass vergoren. Kräftig und markant statt fruchtig: der Wein, auf den Markus gerade besonders stolz ist. Der 2023er trägt Gold der Landesweinprämierung.

2. Muskat-Trollinger Rosé 2025

Eine eigenständige Rebsorte, nicht Muskateller und Trollinger gemischt: sehr fruchtig, sehr leicht, mit feiner Muskatnote. Ein Sommerwein für die Terrasse, der auch zum Essen richtig Spaß macht.

3. Lemberger trocken 2021

Die Parade-Rebsorte Württembergs gibt es bei Karl Busch in jeder Variante: trocken, halbtrocken oder kräftig aus dem Holz. Der 2021er reifte im mehrfach belegten Barriquefass und wurde mit dem Goldenen DLG-Preis prämiert.

Insgesamt verkaufe ich mehr Weiß- und Roséweine, das ist im Moment einfach mehr im Trend.

Ja, Rosé läuft relativ gut.

Bahnhof Busch: übernachten beim Winzer im Bahnhof von 1862

Haben wir, ja. Wir haben einen historischen, denkmalgeschützten Bahnhof zu Restaurant, Hotel und Vinothek umgebaut. Das Gebäude von 1862 haben wir 2011 komplett saniert. In der Bahnhofshalle sind das Restaurant und der Frühstücksraum, alles in einem. Und im ersten und zweiten Obergeschoss liegen zehn Übernachtungszimmer. Da machen wir schöne Weinwochenenden: Die Leute kommen zu uns, probieren, bekommen Einblicke in den Keller und erleben das Thema Wein ein bisschen mehr.

Dann schau gerne mal vorbei.

Du kannst auch den Hund mitbringen.

Der Bahnhof Busch in Bretzfeld mit Restaurant, Hotel und Vinothek des Weinguts Karl Busch
Der Bahnhof Busch: Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude von 1862 wurde 2011 komplett saniert. In der Bahnhofshalle sind Restaurant und Frühstücksraum, darüber zehn Hotelzimmer. Hotelgäste bekommen ein kostenloses S-Bahn-Ticket dazu.

Ja, in Osnabrück, in Düsseldorf und in Dortmund. In Berlin waren wir auch schon.

Es ist schon herausfordernd, natürlich. Im Moment jammern viele von meinen Kollegen, dass es nicht so gut läuft. Aber ich habe eigentlich immer steigende Zahlen, ich kann mich nicht beschweren.

So sieht es aus.

Wein-Probe - Wingut Karl Busch

Gewölbekeller von 1836, Badesee und Stadtbahn: Urlaub beim Winzer

Wir haben einen alten Sandstein-Gewölbekeller von 1836, da liegen 36 Holzfässer drin.

Auch, ja. Und was bei uns natürlich schön ist: Ungefähr acht Kilometer entfernt liegt ein großer Badesee, da kann man zum Baden hinfahren. Und vom Bahnhof aus fährt die Stadtbahn nach Heilbronn, nach Öhringen oder nach Schwäbisch Hall.

Holzfässer im Gewölbekeller des Weinguts Karl Busch
Sandstein-Gewölbekeller von 1836: Hier lagern 36 Holzfässer. Die Weißwein-Cuvée vergärt im erstbelegten Barrique.

Genau. Das schafft dann auch gleich Erlebnisse.

Sehr gerne. Ich hoffe, wir sehen uns.

Weingut Karl Busch - Logo
Weißwein-Cuvée aus dem Barrique - Weingut Karl Busch

Weißwein-Cuvée aus dem Barrique

Fünf Rebsorten aus dem erstbelegten Barriquefass: kräftig, markant und trocken ausgebaut. Der Wein, auf den Markus besonders stolz ist.

Muskat-Trollinger Rosé - Weingut Karl Busch

Muskat-Trollinger Rosé

Sehr fruchtig, sehr leicht, mit feiner Muskatnote: der Sommerwein für die Terrasse, der auch zum Essen passt.

Lemberger QbA trocken - Weingut Karl Busch

2021er Lemberger trocken

Württembergs Parade-Rebsorte, im Barrique gereift und mit dem Goldenen DLG-Preis prämiert.

Weitere Weingüter

Gegründet statt geerbt: das erste Weingut der Familie Busch

Markus Busch hat das Weingut Karl Busch 2002 auf dem elterlichen Bauernhof in Bretzfeld-Dimbach gegründet: als Erster der Familie, benannt nach Vater, Opa und Urgroßvater, die alle Karl hießen. Aus 20.000 Litern sind 13 Hektar im Anbaugebiet Württemberg geworden, dazu ein Sandstein-Gewölbekeller von 1836 mit 36 Holzfässern und der Bahnhof Busch: ein denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude von 1862, seit 2011 Restaurant, Hotel und Vinothek. Die Qualität, von der Markus im Interview spricht, wird regelmäßig prämiert: Zweimal in Folge wurde er als Winzer des Jahres ausgezeichnet (2016/2017 und 2017/2018).

Probieren kannst du die Weine auf den Weinsommer-Messen in Hannover, Osnabrück, Düsseldorf und Dortmund, im Onlineshop oder direkt in Bretzfeld-Dimbach: bei einem Weinwochenende mit Übernachtung im Bahnhof, mit dem Wohnmobil auf einem Stellplatz mit Strom und Wasser zwischen Feldern, Weinbergen und Wäldern.

Weingut Karl Busch
Greuthof 1
74626 Bretzfeld-Dimbach

Website: https://www.karl-busch.com/
Rebfläche: 13 Hektar
Besonderheit: 2002 gegründet statt geerbt, Muskattrollinger-Rosé und Lemberger aus Hohenlohe, Sandstein-Gewölbekeller von 1836, dazu Hotel, Restaurant und Vinothek im Bahnhof von 1862 samt Wohnmobilstellplätzen